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Zukunft Mobilität Technologie

Und alles ist vernetzt: BMW und die Car Connectivity

Wie sieht die Mobilität von morgen aus? Dieser Frage sind wir 2016 für die BMW Group im Rahmen ihres 100-jährigen Jubiläums nachgegangen. Dafür haben wir uns unter anderem mit Vordenkern der BMW Group unterhalten. Neben 13 Büchern und einer Vielzahl digitaler Artikel und Videos ist dabei dieser Text entstanden, der die Vordenkerrolle der BMW Group bei den Themen Future Mobility und Car Connectivity ins Zentrum rückt. Die Zielgruppe sind in erster Linie Entscheider großer Unternehmen, aber auch Mitarbeiter der BMW Group und Endkunden (B2C).

Erstveröffentlichung: BMW Group Magazin, Sonderedition 12/2016

BMW Connected, der personalisierte digitale Begleiter von BMW, wurde im März 2016 in den USA vorgestellt. Er markiert für die BMW Group den Anfang einer neuen Welt von digitalen, in höchstem Maße personalisierten Services, die sich ins Auto und darüber hinaus in die Lebenswelt des Kunden integrieren.

Es zählt zu den Grundbedürfnissen der täglichen Mobilität, das jeweilige Ziel leicht, komfortabel und pünktlich zu erreichen. Die Vision von BMW Connected ist es, den Nutzer durch den Tag zu begleiten und ihm jederzeit die richtigen Mobilitätslösungen anzubieten. 

Mit BMW Connected lassen sich Adressdaten und Routen bereits im Vorfeld an das Auto senden.
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Die Verkehrsbedingungen ändern sich ständig. BMW Connected berechnet auf Basis von Echtzeit-Verkehrsinformationen die zu erwartende Fahrtdauer und rät dem Fahrer rechtzeitig, wann er losfahren sollte, um pünktlich anzukommen. Darüber hinaus lernt BMW Connected die täglichen Wege des Nutzers immer besser kennen, sodass es beispielsweise darüber informiert, wenn eine regelmäßige Fahrt aufgrund der Verkehrslage länger als gewöhnlich dauert. Über BMW Connected kann man aus dem Fahrzeug heraus die aktuelle Ankunftszeit bequem und einfach an Kontakte verschicken, ohne das Smartphone in die Hand nehmen zu müssen. Kalendereinträge mit Adressen werden automatisch importiert, um die Tagesplanung zu vereinfachen. Adressdaten lassen sich aber auch im Vorfeld an das Auto senden, sodass die Navigation weiß, wohin man fahren möchte: Sobald man in seinen BMW steigt, verbindet sich das iPhone über Bluetooth oder USB-Kabel mit dem Auto, und das nächste Ziel wird sofort angezeigt und kann per Klick in das integrierte BMW Navigationssystem übernommen werden. Die Absicht ist dabei stets, stressfreier ans Ziel zu gelangen. 

Die Grundlage hierfür bildet eine intelligente Service-Architektur, die Open Mobility Cloud, welche auf State-of-the-Art-Technologien aufsetzt. Sie ermöglicht die Bereitstellung von personalisierten, intelligenten Services, die stetig dazulernen, um die Mobilitätserfahrung für den Kunden ständig zu optimieren. Erhältlich ist BMW Connected aktuell bereits für BMW ConnectedDrive Kunden in den USA für Apple iPhones. Ein Launch in weiteren Teilen der Welt ist bis Ende des Jahres geplant.

BMW Startup Garage: Junge Unternehmen arbeiten an relevanten Innovationen

“Das Ziel der BMW Startup Garage ist, die Innovationsfähigkeiten zu stärken und zu beschleunigen”, erklärt Gregor Gimmy, bei der BMW Group einer der Verantwortlichen für das Projekt. Start-ups bergen enormes Potenzial. Einige von ihnen beherrschen neue, für die BMW Group hochrelevante Technologien. 

Sprachsteuerung mit Alexa während der Fahrt
Foto: BMW Group

Durch die Startup Garage soll dieses Innovationspotenzial effizienter genutzt werden. Von Gimmy und seinem Team werden weltweit vor allem solche jungen Unternehmen gesucht, die bereits mit Kapital ausgestattet wurden und über einen Prototyp ihrer Technologie verfügen. Der Schwerpunkt liegt auf Technologien, die für Fahrzeuge nutzbar sind – wie zum Beispiel im Bereich des Machine-Learnings oder der E-Mobilität. Statt Anteile am Unternehmen zu kaufen, kauft die BMW Group die Technologien des Start-ups zu einem sehr frühen Zeitpunkt. Das Ziel ist dabei, diese in die Entwicklung und Produkte der Marken der BMW Group zu integrieren. „Je schneller eine Technologie ins Fahrzeug kommt, desto besser“, betont Gimmy. Das ist auch der Grund, die Startup Garage in München anzusiedeln. Dort kann die Technologie am schnellsten und effizientesten getestet werden, da die relevanten Entscheidungsträger in München sitzen.

Im Alltag arbeiten die Start-ups nämlich direkt mit Ingenieuren der BMW Group zusammen. Meistens im FIZ, dem Forschungs- und Innovationszentrum der BMW Group, oder in einem Startup Garage getauften Ort in Garching. “Wir wollten eine coole Location schaffen, in der sich Start-ups besonders wohlfühlen”, sagt Gimmy. “Zudem war uns wichtig, Veranstaltungen abhalten zu können. Schaue Sie also gerne mal vorbei!”

BMW i Ventures: Strategisch in die Zukunft investieren

Gegründet 2011, basierte die Idee zu BMW i Ventures auf der Strategy Number One, die der damalige BMW Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer ausrief, um die BMW Group auf die Herausforderungen des neuen Jahrtausends vorzubereiten. Das Ziel war, die BMW Group nicht nur als Fahrzeughersteller, sondern auch als Mobilitätsdienstleister auszurichten und aufzustellen. 

Das Ergebnis war einerseits das Carsharing-Angebot DriveNow. „Andererseits haben wir mit BMW i Ventures eine Einheit gegründet, die ihre Fühler danach ausstreckt, wo auf der Welt andere, erfolgreiche Mobilitätsdienstleistungen entstehen“, erklärt Ulrich Quay, Chef der Venture-Capital-Abteilung. Das bedeutet, BMW i Ventures kauft Anteile an Start-ups, die – meistens in Form von Apps oder Onlineplattformen – Mobilitätsdienstleistungen anbieten. Das unterscheidet BMW i Ventures von der Startup Garage: Das Ziel ist nicht die schnelle Integration der Technologie in die BMW Group, sondern ein erfolgreiches Investment, langfristig eine Kooperation und im Idealfall die Adaption der Technologie für Mobilitätsangebote der BMW Group. Das wichtigste Kriterium ist dabei, dass das Angebot die Mobilitätswelt des Nutzers entscheidend verbessert. Was bedeutet, sie einfacher, komfortabler oder praktischer zu machen. Hinzu kommen eine erfolgreiche Produktvorstellung und schnell wachsende Nutzerzahlen. „Wichtig ist darüber hinaus, welche Rolle das Angebot des Start-ups bei der BMW Group in Zukunft strategisch spielen kann“, unterstreicht Quay. 

Zuletzt investierte BMW i Ventures unter anderem in Zendrive. Die App nutzt die Sensoren des Smartphones, um die Fahreigenschaften des Nutzers zu evaluieren und zu verbessern. Im Hinblick auf den Verbrauch und die Sicherheit im Straßenverkehr scheint das zum Beispiel ein sehr sinnvolles Investment – für die gesamte Welt der Mobilität.